Oai, -ere, dät
1. Ei: 1.1 Oaiere säike: die Eier aus den Nestern holen. 1.2 ju behondelt dät jungste Bäiden as ‘n räi Oai: sie behandelt das jüngste Kind wie ein rohes Ei. 1.3 Tik, fuul Oai!: Tick, faules Ei! (ein Ausruf beim Fangen spielen). 1.4 dät Oaiwiet wäch?dt sloain. das Eiweiß wird geschlagen. 2. (vulgär) Hoden.
Probände , ju
Zuwendung an die Kirche in Form von Heu oder Lebensmitteln: die Säärkenkoaster kreech Brood as Probände, ook Butere, Oaiere un ‘‘n Stuk Späk : der Küster erhielt Brot als Zuwendung, auch Butter, Eier und ein Stück Speck. [frz. provende]
wächskiete
1. viel zu billich verkaufen: hie häd sien Bäiste glääd wäch?chskieten : er hat seine Kühe viel zu billich verkauft. 2. (Hühner) außerhalb des Nestes Eier legen: ju Hanne skit do Oaiere wäch?ch : das Huhn legt die Eier außerhalb des Nestes.
wächläze
1. weglegen, aufheben: iek skäl dät Bouk foar die wäch?chläze : ich werde das Buch für dich aufheben. 2. (Huhn) Eier außerhalb des Nestes legen: 2.1 do Hannen läze do Oaiere wäch?ch : die Hühner legen die Eier außerhalb des Nestes. 2.2 uus Hannen läze oafte wäch?ch, un wie mouten do Oaiere allerwegense säike : unsere Hühner legen häufig außerhalb des Nestes, und wir müssen die Eier überall suchen.
uutsuge
1. (her) aussaugen, leersaugen: ‘‘n Wiezelke of ‘‘n Ulk häbe do Oaiere uutsain : ein Wiesel oder ein Iltis haben die Eier ausgesogen. 2. gewissenlos ausnutzen.
uutsitte
(Ei) ausbrüten: man mout sik nit moor Oaiere unnerläze, as man uutsitte kon : man soll sich nicht mehr Eier unterlegen, als man ausbrüten kann (= man soll sich nicht mit zu viel Aufgaben und/oder Plänen beschäftigen.)
uutbroude
1. ausbrüten: ju Hanne sit deer, Hiere Oaiere uuttoubrouden : die Henne sitzt da und brütet ihre Eier aus. 2. aushecken, planen; mit List ersinnen: hie brodt ‘‘n Masse dumme Strieke uut : er heckt eine Menge dumme Streiche aus.
twelich
1. zwölf: 1.1 dät faalt tou, kwaad die Buur – twelich Oaiere un trättien Sukene : das ist eine angenehme Überraschung, sagte der Bauer – zwölf Eier und dreizehn Küken. 1.2 wie wieren mäd uus twelich : wir waren unser zwölf.
tou
1. zu: 1.1 wäch?t kwaad hie tou die? : was sagte er zu dir? 1.2 ju Gadderke is mie fluch tou : ich empfinde die Brosche als etwas Schönes. 2. tou gibt die Richtung einer Bewegung auf ein bestimmtes Ziel hin an: 2.1 iek mout tou de Kiste, tou dät Skap : ich muss an die Truhe, an den Schrank. 2.2 ju häd Hiere Muur tou sik numen : sie hat ihre Mutter zu sich genommen . 3. Zweck, Grund, Ziel einer Handlung: wie häbe Hier dät Bouk tou Hiere Bäidedai skoankt : wir haben ihr das Buch zu ihrem Geburtstag geschenkt. 4. tou gibt die Art und Weise einer Fortbewegung an: 4.1 tou Lounde kume : zu Land kommen. 4.2 jo kemen tou Fout : sie kamen zu Fuß. 5. tou kennzeichnet den Zeitpunkt einer Handlung, eines Geschehens oder die Zeitspanne, in der dieses Ereignis geschieht: 5.1 tou Snäiwende/Sneeuwende kume wie bee/ëenuur : am Sonnabend kommen wir zusammen. 5.2 tou de Paaskentied faweden wie do Oaiere : in der Osterzeit färbten wir die Eier. 6. außer: tou mie is deer noch aan : außer mir ist da noch einer. 7. bestimmt für, hinzugegeben zu: Room tou dä‘n Koafje : Sahne für den Kaffee.
Stiech, dät
zwanzig Stück: ‘n holich Stiech Oaiere: zehn Eier.
säike iek säike, du säkst/sochst, hie/ju säkt/ socht, wie säike; soachte, soachten; soacht; säike! säiket!
1. suchen: 1.1 säike gunge : auf die Suche gehen. 1.2 du moast ‘‘n Timpe säike, Wier du die ferstopje koast : du musst eine Ecke suchen, wo du dich verstecken kannst. 1.3 Sküül säike : Zuflucht (vor allem vor Wind und Wetter) suchen. 1.4 wie säike ätter/uum ‘‘n fredelke Stede : wir suchen nach einem friedlichen Ort. 1.5 sien Gjucht säike : sein Recht suchen; vor Gericht klagen. 1.6 Oaiere säike : Eier aus den Nestern der Hühner holen. 1.7 Ferkoierskup säike : Gesellschaft suchen. [afrs. sêka ]
aphaue
(Ei) trennen: du skääst do Oaiere aphaue, wan du dussen Kouke boake wolt : du sollst die Eier trennen, wenn du diesen Kuchen backen willst.
Poolm, -e, die
1. Abkürzung für Palmsonntag: 1.1 (Kinderreim) Poolm, Paasken, Oaiere ap ‘‘n Grosken : Palmsonntag, Ostern, Eier für einen Groschen. 1.2 Dai fóar Poolm : Palmsonnabend. 2. Buchsbaum.
Ousättelse, -n, ju
Aufbewahrungsort: wie mouten ‘n Ousättelse foar do friske Oaiere säike: wir müssen einen Aufbewahrungsort für die frischen Eier suchen.
meedwo
1. mitgeben: ju häd mie ‘‘n hoolwe Stiege Oaiere meedäin : sie hat mir zehn Eier mitgegeben. 2. jemandem etwas Unangenehmes mitteilen oder antun: dät skäl die meedäin wäch?ide : du wirst Böses erfahren; du wirst dein blaues Wunder erleben. 3. mitmachen: sien Bääst meedwo : sich mit aller Kraft einsetzen.
kriege iek kriege, du krichst, hie/ju kricht, wie kriege; kreech, kregen; kriegen; krich! krieget!
1. bekommen, erhalten. 2. fassen, packen: ju kreech him bee/ do Hiere : sie fasste ihn an den Haaren. 3. nehmen: krich die noch ‘‘n Stuk Kouke! : nimm dir noch ein Stück Kuchen! 4. zustande bringen, schaffen: dät wollen wie wäch?il kriege , kwaad die Affekoat; do meende hie dät Jeeld : das werden wir wohl kriegen, sagte der Rechtsanwalt; da meinte er das Geld. 5. bringen: wie wollen do Houngste in dä‘n Staal kriege : wir wollen die Pferde in den Stall bringen. 6. holen: koast du do Oaiere uut t Nääst kriege? : kannst du die Eier aus dem Nest holen? 7. einfangen: uus Houngst wol sik nit kriege läite : unser Pferd lässt sich nicht einfangen. 8. einstellen: foar dusse Oarbaid mout iek noch twäin Mon kriege : für diese Arbeit muss ich noch zwei Mann einstellen. 9. gebären: ju häd wäch?t Litjes kriegen : sie hat ein Kind geboren. 10. tun: deer häbe iek niks mäd tou kriegen : damit habe ich nichts zu tun. 11. sich leisten: hie kon dät je so kriege : er kann sich das ja leisten.
faawje
1. anstreichen. 2. färben: 2.1 in dä‘n Winter wäch?dt nit faawje lät : im Winter wird nicht färben gelassen (= im Winter wird nicht gefärbt). 2.2 fawede Oaiere : Ostereier. → Paaskeoai
betümelk
knapp, spärlich: do Oaiere sunt in ju Paaskentied wäch?t betümelk : die Eier sind in der Osterzeit etwas knapp.
apsäike
1. auflesen, aufsammeln: Ääskepuusterske moaste do Ate in ju Ääske apsäike : Aschenbrödel musste die Erbsen in der Asche aufsammeln. 2. zusammensuchen, zusammenbringen: 2.1 Tuwwelke apsäike : Kartoffeln zusammensuchen. 2.2 Oaiere apsäike : Eier aus den Nestern holen.
Oaierekoper, -e, die
Eieraufkäufer.
Poagenoaiere, do
Froschlaich.
Fiskoaiere, do
Fischlaich, Fischrogen.
Miegelkeoai, -ere, dät
Ameisenlarve.
Skieteloai, -ere, dät
Hühnerei ohne Schale.
Näästoai, -ere, dät
Nestei aus Porzellan.