bruke
1. brauchen, ‘nötig haben; benötigen: dät bruukt noch sien Tied : das braucht noch seine Zeit. 2. gebrauchen, verwenden: 2.1 dät is goud tou bruken : das ist brauchbar, ‘nützlich. 2.2 deer bä‘n iek nit foar tou bruken : dazu/dafür bin ich nicht zu gebrauchen, nicht geeignet, nicht fähig, nicht willich. 2.3 deer moast du ‘‘n Homer tou bruke: dafür musst du einen Hammer verwenden.
Bruuk, do Bruke, die
überkommene Sitte, Brauch: dät is naan oolden Bruuk: das ist kein alter Brauch.
uutknätte
ausknoten; Knoten entfernen oder lösen: wan iek dä‘n Roop uutknätte, dan konnen wie him bruke : wenn ich die Knoten in dem Seil löse, dann können wir es gebrauchen.
Ättersäiksel, dät
die im Boden nach der Rodung zurückgebliebenen Kartoffeln: wie kuden ‘n poor Säkke foar dät Ättersäiksel bruke: wir könnten ein paar Säcke für die zurückgebliebenen Kartoffeln gebrauchen.
Tik (b) , -ke, die
bisschen: wie bruke ‘‘n Tik moor gräine Fawe : wir brauchen ein bisschen mehr grüne Farbe.
sunder
1. ohne: 1.1 sunder dät Jeeld, dät wie bruke, konnen wie deer niks mäd ounfange : ohne das Geld, das wir brauchen, können wir nichts damit anfangen. 1.2 nu is hie deer sunder : jetzt fehlt ihm das. 1.3 deer kon iek nit sunder tou : 1.3.1 ich kann es nicht missen, nicht entbehren. 1.3.2 ich kann es nicht lassen. 1.3.3 ich kann nicht darauf verzichten. 2. außer: sunder mie wieren bloot twäin uur Ljudene deer : außer mir waren nur zwei andere Leute da.
Stoapeler, -e, die
Holzoder Torfarbeiter: wie bruke moor Stoapelere foar ju Oarbaid in dä‘n Busk: wir brauchen mehr Holzarbeiter für die Arbeit im Wald.
Spieler, -e, die
Spieler: wie bruke noch aan Spieler moor: wir brauchen noch einen Spieler mehr.
Soppe, -n, ju
1. Suppe: 1.1 dät wäch?dt him jure Soppe: das wird ihm/ihn teuer zu stehen kommen. dät is aan, du koast him in de Soppe nit bruke : das ist einer, den man nicht in der Suppe brauchen kann (= er ist ein Feigling). 2. gewürzte Brühe.
so aan (m.) /een (f.)
1. so eine(r): (meist negativ): 1.1 dät waas ook so aan : das war auch ein solcher, so ein Typ. 1.2 dät waas ook so aan, Wier du nit fuul fon bruke kuust : das war auch jemand, dem man nicht vertrauen konnte.
Puundstuk, -ke, dät
1. Gewicht. 2. Gewicht von 500 g: iek bruke ‘n Puundstuk Bäisteflaask: ich brauche 500 g/ein Pfund Rindfleisch. (Hierzu auch: Twopúundstuk, Trjopúundstuk, Fjauerpúundstuk,... Tjoonpúundstuk. ) 3. Gewicht an der Wanduhr: ju Klokke is uutronnen; dät Puundstuk (auch: dät Lood) stoant/lait al ap dä‘n Gruund : die Wanduhr ist ausgelaufen; das Gewicht liegt schon auf dem Boden.
nargends
1. nirgends, nirgendwo: 1.1 die Homer waas nargends tou fienden : der Hammer war nirgendwo zu finden. 1.2 nargends uurs : nirgendwo sonst. 2. (vor Präpositionen) nichts: hie weet deer nargends wäch?t fon : er weiß nichts davon. 2.2 dät Flaask smoaket nargends ätter: das Fleisch schmeckt nach nichts. 2.3 dät klingt nargends ätter: das klingt nach nichts. 2.4 dät is nargends goud foar: das ist zu nichts ‘nütze. 2.5 ju oolde Koare koast du nargends tou bruke: es gibt nichts, wofür du die alte Schubkarre gebrauchen kannst.
Kroam (b), die
1. wertloses Zeug, wertlose Gegenstände: 1.1 iek kon so ‘‘n gemenen Kroam nit bruke : ich kann solches wertlose Zeug nicht gebrauchen. 1.2 dät paset him in dä‘n Kroam : das kommt ihm gut zustatten, zupasse. das fördert seine bösen und/oder heuchlerischen Absichten. 1.3 das Beste, was man tun kann: die rainste Kroam : 1.3.1 wäch?t du mäd dien Jeeld moakest, dät is die rainste Kroam : das, was du mit deinem Geld machst, ist das Beste, was man tun kann.
Kribbelkop, -pe, die
jähzorniger, mürrischer Mensch; Hitzkopf: et is mie juustgliek, of die Wäänt flietich is. Fon so ‘n Kribbelkop koast du niks bruke: es ist mir gleich, ob der Junge fleißig ist. Ein solcher Hitzkopf ist nicht zu gebrauchen.
knede iek knede, du knadst, hie/ju knadt, wie knede; knatte, knatten; knat/kneden; knat/ knede! knedet!
kneten: man mout do Tumen bruke, wan man dä‘n Dee knat : man muss die Daumen gebrauchen, wenn man den Teig knetet. [ae. cnedan]
Gulp, -e, die
1. Schluck: iek kuud ‘n Gulp Wien goud bruke: ich könnte einen Schluck Wein gut gebrauchen. 2. Strahl oder Schuss Flüssigkeit: deer mout ‘n Gulp Moalk in dä‘n Dee oun: da muss ein Schuss Milch in den Teig hinein. 3. Platzregen: in de Noacht is ‘n gouden Gulp andeelkemen: in der Nacht ist ein heftiger Platzregen heruntergekommen. [engl. gulp ]
greeuwe iek greeuwe, du gräfst, hie/ju gräft, wie greeuwe; gruuf, gruwen; greeuwen; greeuw! greeuwet!
graben: ook dälich, wan du Eed mäd Maskienen gräfst, moast du ou un tou do Hounde bruke : auch heute, wenn du Torf mit Maschinen gräbst, musst du gelegentlich die Hände gebrauchen.
goudhete
gutheißen, billigen, genehmigen, bewilligen: du koast/doarst dät dwo, man dät bruke iek nit goudtouheten : du kannst/darfst das tun, aber ich brauche es nicht gutzuheißen.
Gewald , ju
1. Gewalt: 1.1 mäd Gewald : gewaltsam. 1.2 Braidjen mai iek nit; deer koast du neen Gewald bee/ bruke : Stricken mag ich nicht; du kannst keine Gewalt dabei anwenden. 1.3 hie häd sien Knippe in de Gewald : er will kein Geld ausgeben.
Geduld , ju
Geduld: deer bruke wie fuul Geduld tou : dafür brauchen wir viel Geduld.
Foart, -en, ju
1. Fahrt: 1.1 in Foart weze: 1.1.1 wütend sein. 1.1.2 sehr in Eile sein. 1.2 in de Foart kume: wütend werden. 1.3 wie kemen leet ap Foart: wir begaben uns spät auf den Weg. 1.4 dät mout mäd ‘n Foart passierje: das muss in Eile passieren. 1.5 in de Foart brange: aufhetzen, aufregen. 1.6 ‘n Foart moakje: eine Reise unternehmen. 2. Hebelwirkung, Hebelkraft, Halt: iek bruke ‘‘n betere Foart, uum dät Skap antoutillen : ich brauche einen besseren Halt, eine bessere Hebelwirkung, um den Schrank anzuheben. 3. Geschwindigkeit: deer sit Foart in de Wulken : die schnelle Bewegung der Wolken deutet auf eine hohe Windgeschwindigkeit. 4. Schwung; kraftvolle, rasche Bewegung eines Menschen oder eines Gegenstandes: deer sit Foart in sien loange Bene : er hat viel Schwung in seinen langen Beinen.
Ferhal, -le, die
1. Pause: iek kuud ‘n litjen Ferhal goud bruke: ich könnte eine kleine Pause gut gebrauchen. 2. Frist; festgelegte Zeitspanne: hie kricht ‘n Ferhal fon trjo Wieke, man bit dan mout ju Oarbaid däin weze: er bekommt eine Frist von drei Wochen, aber bis dann muss die Arbeit erledigt sein.
deertou, deer... tou
1. dazu, hinzu: deer koom noch aan tou, die deer niks fon wiste : es kam noch einer dazu/hinzu, der nichts davon wusste. 1.2 deer koast du mie nit tou bruke : dazu kannst du mich nicht gebrauchen. 1.3 deer gungt ‘‘n Bäält Sukker tou : man muss viel Zucker dazu gebrauchen. 1.4 deer kemen noch fieuw Mon tou : es kamen fünf Personen hinzu. 2. außerdem: wie hieden deer noch fjauer Saizen tou/wie hieden noch fjauer Saizen deertou : wir hatten außerdem noch vier Sensen.
min (minner, minste)
1. klein, zart: 1.1 dät Wucht is noch wäch?t min : das Mädchen ist noch etwas klein. 1.2 dät Bäiden waas tou min; et kuud nit uurlieuwje : das Kind war zu zart; es konnte nicht überleben. 2. gering, unbedeutend; niederen Standes; nicht gesellschaftsfähig: 2.1 hie is mie tou min : er ist mir zu unbedeutend. 2.2 hie is nit so min : er hat ein forsches, selbstbewusstes Auftreten. 2.3 min moakje : demütigen. 3. wenig: 3.1 wie häbe heel min Oarigaid deeran heeuwed : wir haben sehr wenig Vergnügen, wenig Spaß daran gehabt. 3.2 hie häd min fertjoond : er hat wenig verdient. 3.3 hie häd ‘‘n bitje tou min : er ist nicht ganz gescheit; er ist geistig etwas zurückgeblieben. 3.4 iek häbe Jeeld tou min : ich häbe zu wenig Geld. 3.5 minner of moor : mehr oder weniger. 4. altersschwach: hie wäch?dt nit minner : er bleibt mit zunehmendem Alter noch rüstig. 5. schlank, dünn: minner wäch?ide : abmagern, dahinsiechen. 6. knapp, spärlich: fon dut Jier sunt do Ap(p)ele min : die Äpfel sind dieses Jahr recht spärlich. 7. schlecht: 7.1 hie waas ap dä‘n Eeuwend min tou bruken : man konnte mit ihm an dem Abend schlecht umgehen. 7.2 minne Were : schlechte Ware. 7.3 ungern(e): iek dwo dät min : ich tue das ungerne.
appaasje
1. aufpassen auf; beschützen, überwachen: wie paasje goud ap uus Bäidene ap : wir passen gut auf unsere Kinder auf. 2. aufprobieren: ‘‘n ‘näie Kipse appaasje : eine neue Mütze aufprobieren. 3. schonen: 3.1 du moast ap dien sere Been appaasje : du musst dein krankes Bein schonen. 3.2 hie mout ap sik appaasje : er muss sich schonen. 4. verhindern: deer häbe wie fóar appased : das haben wir verhindert. 5. sich hüten: du moast ap die appaasje, sukke Woude tou bruken : du musst dich hüten, solche Wörter zu gebrauchen. 6. sich in Acht nehmen; Acht geben auf: hie paset fóar do Dregunere ap : er nimmt sich vor den Polizisten in Acht. 7. vorsichtig sein: wie paasje aaltied ap, wan wie in uus Tuun grilje : wir sind immer vorsichtig, wenn wir in unserem Garten grillen. 8. abfangen, abpassen; aufhalten und zur Rede stellen: wie paseden dä‘n Postloper in de Oldenburger Sträite ap : wir fingen den Briefträger in der Oldenburger Straße ab.